Träger der Tibor-Ehlers-Medaille

2003: Georg Balling und Herbert Grünwald

2006: Ernst Eugen Schmidt

2009: Berthold Büchele

2012: Eckhard Böhringer
  Georg Balling (geb. 1954) und
Herbert Grünwald (geb. 1941)


   


Die beiden Bayern sind Meisterschüler von Tibor Ehlers und aktive Musiker, die auch gerne gemeinsam auftreten.

Georg Balling ist ein herausragender Interpret auf süddeutschen Sackpfeifen und gilt als einer der besten Dudelsack-Lehrer in Deutschland. Bekannt ist er außerdem als Sammler traditioneller Melodien, der schon mehrere maßgebliche Notenhefte veröffentlicht hat.

Herbert Grünwald hingegen ist vor allem als Instrumentenkundler und -sammler berühmt, dessen besondere Leidenschaft traditionellen Volksmusikinstrumenten gilt. Er kennt sich mit Musiktraditionen der ganzen Welt aus, vor allem schlägt sein Herz jedoch für die einheimische süddeutsche Volksmusik.

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    Ernst Eugen Schmidt (geb. 1944)

   
Musik spielt er selbst, wie er sagt, „nur für den Hausgebrauch“, und zwar auf Renaissancelaute und Northumberland Small Pipes. Doch als Instrumentenkundler ist Ernst Eugen Schmidt führend. Insbesondere die Sackpfeife ist das Spezialgebiet des Privatgelehrten aus Köln. Sein Buch „Sackpfeifen in Schwaben“ gilt mittlerweile als Standardwerk und markiert einen entscheidenden Punkt in der Wiederentdeckung der schwäbischen Dudelsack-Musik. Im Schnittpunkt von Musik- und allgemeiner Kulturgeschichte ist seine Sagen- und Märchensammlung „Vom singenden Dudelsack“ angesiedelt, von der Kritik gefeiert als „kulturgeschichtliches Dokument, das seinesgleichen sucht“.

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    Berthold Büchele (geb. 1947)

   
Berthold Büchele ist das Musterbeispiel des unermüdlichen Musikforschers und -sammlers, dem es darüber hinaus ein besonderes Anliegen ist, seine Funde hör- und erlebbar zu machen. In jahrelanger Arbeit durchforstete er akribisch die Archive und Privatsammlungen seiner Allgäuer Heimat, wälzte alte Handschriften und ließ sich Lieder vorsingen. Das Ergebnis sind zahlreiche Notensammlungen und Fachpublikationen – aber auch etliche Konzerte, in denen der aktive Musiker in verschiedenen Besetzungen alte Werke seiner Region zum Leben erweckt.

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    Eckhard Böhringer (geb. 1953)

   
Vor allem seine profunde Kenntnis fast schon vergessener Instrumente zeichnet Eckhard Böhringer aus. "Ihm verdanken wir viele wunderschöne Rekonstruktionen", hob Manfred Stingel, Vorsitzender des Kulturrats im Schwäbischen Albverein, in seiner Laudatio bei der Verleihung der Tibor-Ehlers-Medaille hervor. Mit unermüdlichem Forschergeist und hochwissenschaftlichen Methoden untersucht Böhringer (Jahrgang 1953) historische Instrumente und versucht sie so exakt wie nur irgend möglich nachzubauen. So erweckt er Klangwelten wieder zum Leben, die manchmal seit Jahrhunderten an kein Ohr mehr drangen.
Theorie und Praxis kommen bei Böhringer intensiv zusammen. Der studierte Trompeter spielte neun Jahre lang solo am Ulmer Theater und blickt auf eine reiche Tournee-Erfahrung zurück. In einem zweiten Studium widmete er sich in Augsburg der Musikwissenschaft. Seine Dissertation beschäftigt sich mit süddeutschen Hirtenhörnern. Seit einigen Jahren lebt er in Salching in Ostbayern.
Gerade um das süddeutsche Hirtenhorn hat er sich in den vergangenen Jahren große Verdienste erworben. Im Haus der Volkskunst in Balingen-Dürrwangen gibt er regelmäßig Kurse zum Bau von regionaltypischen Hirtenhörnern. Unter seiner Anleitung entstanden so schon Dutzende dieser hölzernen Blasinstrumente, die heute wieder in vielen traditionellen Musikgruppen zum Einsatz kommen.
Die Preisverleihung fand 2012 im Rahmen des Festivals "Sackpfeifen in Schwaben" statt, bei dem zwanzig Gruppen aus ganz Europa aufspielten. Im Zentrum stand dabei die musikalische Tradition der Hirten, sodass auch verschiedene Varianten des Hirtenhorns zu hören waren. Die Medaille erhielt der überraschte Böhringer im Rahmen eines der Konzerte.
Eckhard Böhringer als Preisträger, das hätte den Namenspatron Tibor Ehlers sicher gefallen: Wie viele Instrumentenkundler wurde auch Böhringer von dem Altmeister nachhaltig inspiriert.

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